Eine letzte Reise

Leider musste ich neulich einen meiner wichtigsten Weggefährten auf seine letzte Reise begleiten. Oder besser – ich durfte.
Diese Person ist ausschlaggebend, dass ich mich auf dem Wasser doch recht wohl fühle und wir haben viele Seemeilen auf dem Wasser zusammen verbracht.

Es ist unglaublich “groß”, bei einer kleinen Gruppe dabei sein zu dürfen. Familie und Freunde, die sein erfülltes und doch viel zu kurzes Leben auf einer kleinen, letzten Seefahrt auf der Kieler Bucht würdigen und sich auf See verabschieden.

Beerdigungen sind ätzend und man will sie am Liebsten nicht haben.

Aber Abschied nehmen, auf einer Woge von Freundschaft (Danke für dieses wunderbare Bild, S. ) mit all diesen Menschen, die er zusammenhält, wie ein unsichtbares Band, die sich gegenseitig halten, bei strahlendem Sonnenschein, bestem Seewetter – das macht einen ehrfürchtig. Es geht nicht schöner. Und es geht wahrscheinlich auch nicht sehr viel trauriger.
Michael Ende schrieb in “Momo” – in der Gestalt des Meister Hora, dass die Menschen keine Angst mehr vor dem Tod hätten, wenn sie wüssten, was der Tod ist. Und dass man ihnen dann keine einzigen Moment an Zeit stehlen könnte.
Diese Zeit auf der Kieler Förde hat Hoffnung gemacht, dass es mehr gibt, als nur das, was wir sehen.

Seine kleinste Freundin hat das Schiff mit ihren 10 Jahren mit dem Kapitän zusammen zu den Koordinaten gesteuert.
Jeder hat an diesem Tag “den einen” Moment mitgenommen.
Ein lautes “Platsch”, Sonnenblumen, ein verschüttetes Jever, Rosmarin aus einem Garten in Australien, hier und da ein vertrautes “Plopp”, eine Yacht mit schwarzen Segeln und der Flagge auf Halbmast. Sonne. Wind. Welle. Blumen, Freundschaft, Verbundenheit.
“Und die Welle — das bin ich”

Die letzte Meldung erfolgte auf den Koordinaten 54° 29,8′ N 010° 15,1′ E

God is a DJ.
Hab Spass da oben an Deinem Geburtstag, Bonito.
Wir vermissen Dich alle sehr.